Soja - Fluch oder Segen?

Die Sojabohne ist die Kaiserin unter den pflanzlichen Proteinquellen. Doch ihr werden schlimme Dinge nachgesagt.

  • Die Bohne soll das Brustkrebsrisiko erhöhen. 
  • Den Testosteronspiegel des Mannes senken und die Spermienanzahl reduzieren.
  • Die Pflanze nimmt sehr viele Giftstoffe aus dem Boden auf und gentechnikfrei ist sie auch nicht.

Ganz schön harter Tobak für so ein kleines Pflänzchen.

Was davon stimmt?

Der Blick auf die wissenschaftliche Literatur zeigt ein anderes Bild: Soja besitzt zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften.  Die Bedenken des Gebärmutterkrebsrisikos sind bereits 15 Jahre alt und längst durch neue Studien ausgeräumt.

Jährlich erscheinen über 2000 neue Studien über die Sojabohne. Es wurde festgestellt, dass das Brust- und Prostatakrebsrisiko sogar gesenkt wird. Frauen, die im Kinder- und Jugendalter Soja konsumierten, haben hier einen besonders großen Vorteil, die sog. „early-intake“-Prophylaxe.

Wenn in Studien über die Beeinflussung von Hormonen gesprochen wird, geht es dabei um isolierte Stoffe zB Spermidin, Isoflavone, ect , die aus der Bohne gewonnen werden.

Isolierte Stoffe können schneller zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. weil andere pflanzliche Botenstoffe fehlen. So kam auch das Gerücht der „Verweiblichung“ von Männern zu Stande.  Keine einzige Soja-Studie beweist den Rückgang von Testosteron oder Minderung der Spermienqualität.  Allgemein betrachtet wirkt Soja, wenn dann hormonregulierend.

Wieviel Soja ist unbedenklich?

Als „moderate“ Menge“ werden 800 ml Sojadrink, 300 g Tofu oder 200 g Bohnen täglich angegeben. Das bedeutet bei einer abwechslungreichen Ernährung kommt man nur selten auf diese Mengen. Erst recht nicht mehrere Wochen hindurch, wo es letztendlich bedenklich werden könnte.

„Die Sojabohne ist nicht heimisch.“

Seit gut 2500 Jahren wird die Sojabohne im asiatischen Raum angebaut und zu vielseitigen Beilagen zubereitet.

Bei uns wurde erst Prof. Friedrich Haberlandt von der BOKU Wien vor 150 Jahren auf die sie aufmerksam. Er erkannte die geballte Kraft der Bohne  und brachte sie aus Japan nach Europa.

Mittlerweile ist Österreich mit einer Anbaufläche  von 34.000 Hektar das 4. bedeutendste Sojaanbaugebiet Europas.  Die Pflanze hat – wie alle Leguminosen – eine ganz besondere Fähigkeit: Sie bindet Stickstoff aus der Luft und sammelt ihn in den Wurzelknöllchen. Dieser Stickstoff wird von der Pflanze als Nährstoff genutzt und zur Proteinbildung benötigt. Ackerböden werden besser belüftet und die Erde fruchtbarer.

Darum ist es umso wichtiger auf die Anbauweise zu achten und nur BIO-zertifizierten Soja zu konsumieren. Sojaprodukte aus den DACH-Ländern sind garantiert gentechnikfrei.  Weltweit gibt es um die 10.000 Sojaarten, in Österreich rund 68. Zum Glück zeigt es sich, daß wir nun wieder vermehrt zu Hülsenfrüchten greifen. Ob Erbsen, Linsen, Lupine, Kichererbsen die Zahlen steigen. Bestimmt auch, weil wir allgemein weniger Fleisch konsumieren möchten.

„Wer Soja isst, fördert die Abholzung von Regenwäldern.“

Nur Bruchteile der weltweiten Sojabohnenernte werden zu Lebensmittel verarbeitet.  Der Hauptanteil, nämlich 80 %, wird für Futtermittel gebraucht, ein weiterer Teil für die Herstellung von Bio-Diesel und Kosmetikprodukten.

In den Hauptanbauländern USA und Brasilien wird zu 93 bzw. 94 % gentechnisch verändertes Soja angebaut, in Argentinien sind es gar 100 %. Hier möchte ich betonen, dass Tiere in Ö, die mit Gentechnik-Soja gefüttert werden, keine Kennzeichnung benötigen.

Du brauchst also kein schlechtes Gewissen haben, wenn du zu Sojabohnen greifst. Für die Abholzung des Regenwaldes sind andere Faktoren verantwortlich.

Gib acht, dass deine Sojaprodukte Bio-Zertifiziert sind. Dann hast du bestimmt ein regionales und hochwertiges Produkt. Wechsel deine Eiweißquellen regelmäßig ab. Bohnen, Linsen, Erbsen und Nüsse sollten bei pflanzlicher Kost jeden Tag auf deinem Speiseplan stehen. Die asiatsiche Küche zeigt vor, was mit Hülsenfrüchten alles möglich ist.

Als pflanzlicher Topfen, Mehl, fermentiert als Suppeneinlage oder -Gewürz - es gibt es aus Soja praktisch nichts was es nicht gibt. Wer weiß, vielleicht ist es aus heimischen Bohnen auch bald erhältlich. Lupine als Beispiel sind bei uns gerade groß im Kommen. Wir können gespannt bleiben.

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Die Sojabohne ist die Kaiserin unter den pflanzlichen Proteinquellen. Doch ihr werden schlimme Dinge nachgesagt.

  • Die Bohne soll das Brustkrebsrisiko erhöhen. 
  • Den Testosteronspiegel des Mannes senken und die Spermienanzahl reduzieren.
  • Die Pflanze nimmt sehr viele Giftstoffe aus dem Boden auf und gentechnikfrei ist sie auch nicht.

Ganz schön harter Tobak für so ein kleines Pflänzchen.

Was davon stimmt?

Der Blick auf die wissenschaftliche Literatur zeigt ein anderes Bild: Soja besitzt zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften.  Die Bedenken des Gebärmutterkrebsrisikos sind bereits 15 Jahre alt und längst durch neue Studien ausgeräumt.

Jährlich erscheinen über 2000 neue Studien über die Sojabohne. Es wurde festgestellt, dass das Brust- und Prostatakrebsrisiko sogar gesenkt wird. Frauen, die im Kinder- und Jugendalter Soja konsumierten, haben hier einen besonders großen Vorteil, die sog. „early-intake“-Prophylaxe.

Wenn in Studien über die Beeinflussung von Hormonen gesprochen wird, geht es dabei um isolierte Stoffe zB Spermidin, Isoflavone, ect , die aus der Bohne gewonnen werden.

Isolierte Stoffe können schneller zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. weil andere pflanzliche Botenstoffe fehlen. So kam auch das Gerücht der „Verweiblichung“ von Männern zu Stande.  Keine einzige Soja-Studie beweist den Rückgang von Testosteron oder Minderung der Spermienqualität.  Allgemein betrachtet wirkt Soja, wenn dann hormonregulierend.

Wieviel Soja ist unbedenklich?

Als „moderate“ Menge“ werden 800 ml Sojadrink, 300 g Tofu oder 200 g Bohnen täglich angegeben. Das bedeutet bei einer abwechslungreichen Ernährung kommt man nur selten auf diese Mengen. Erst recht nicht mehrere Wochen hindurch, wo es letztendlich bedenklich werden könnte.

„Die Sojabohne ist nicht heimisch.“

Seit gut 2500 Jahren wird die Sojabohne im asiatischen Raum angebaut und zu vielseitigen Beilagen zubereitet.

Bei uns wurde erst Prof. Friedrich Haberlandt von der BOKU Wien vor 150 Jahren auf die sie aufmerksam. Er erkannte die geballte Kraft der Bohne  und brachte sie aus Japan nach Europa.

Mittlerweile ist Österreich mit einer Anbaufläche  von 34.000 Hektar das 4. bedeutendste Sojaanbaugebiet Europas.  Die Pflanze hat – wie alle Leguminosen – eine ganz besondere Fähigkeit: Sie bindet Stickstoff aus der Luft und sammelt ihn in den Wurzelknöllchen. Dieser Stickstoff wird von der Pflanze als Nährstoff genutzt und zur Proteinbildung benötigt. Ackerböden werden besser belüftet und die Erde fruchtbarer.

Darum ist es umso wichtiger auf die Anbauweise zu achten und nur BIO-zertifizierten Soja zu konsumieren. Sojaprodukte aus den DACH-Ländern sind garantiert gentechnikfrei.  Weltweit gibt es um die 10.000 Sojaarten, in Österreich rund 68. Zum Glück zeigt es sich, daß wir nun wieder vermehrt zu Hülsenfrüchten greifen. Ob Erbsen, Linsen, Lupine, Kichererbsen die Zahlen steigen. Bestimmt auch, weil wir allgemein weniger Fleisch konsumieren möchten.

„Wer Soja isst, fördert die Abholzung von Regenwäldern.“

Nur Bruchteile der weltweiten Sojabohnenernte werden zu Lebensmittel verarbeitet.  Der Hauptanteil, nämlich 80 %, wird für Futtermittel gebraucht, ein weiterer Teil für die Herstellung von Bio-Diesel und Kosmetikprodukten.

In den Hauptanbauländern USA und Brasilien wird zu 93 bzw. 94 % gentechnisch verändertes Soja angebaut, in Argentinien sind es gar 100 %. Hier möchte ich betonen, dass Tiere in Ö, die mit Gentechnik-Soja gefüttert werden, keine Kennzeichnung benötigen.

Du brauchst also kein schlechtes Gewissen haben, wenn du zu Sojabohnen greifst. Für die Abholzung des Regenwaldes sind andere Faktoren verantwortlich.

Gib acht, dass deine Sojaprodukte Bio-Zertifiziert sind. Dann hast du bestimmt ein regionales und hochwertiges Produkt. Wechsel deine Eiweißquellen regelmäßig ab. Bohnen, Linsen, Erbsen und Nüsse sollten bei pflanzlicher Kost jeden Tag auf deinem Speiseplan stehen. Die asiatsiche Küche zeigt vor, was mit Hülsenfrüchten alles möglich ist.

Als pflanzlicher Topfen, Mehl, fermentiert als Suppeneinlage oder -Gewürz - es gibt es aus Soja praktisch nichts was es nicht gibt. Wer weiß, vielleicht ist es aus heimischen Bohnen auch bald erhältlich. Lupine als Beispiel sind bei uns gerade groß im Kommen. Wir können gespannt bleiben.

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